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02.11.2017, 18:01 Uhr
Eine Allianz für Demenz!
CDU / FDP Gruppe im Stadtrat stellt Antrag auf Unterstützung für eine Begegnungsstätte

Meller Kreisblatt
Ausgabe vom 02.11.2017
Seite 15
Ressort Lokales


CDU-Fraktion als Kursleiter
Wie begegne ich Menschen mit Demenz? Dieser Frage geht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (Berlin) jetzt auch in Melle konkret nach: Sie hat die CDU-Stadtratsfraktion als Kursleiterin zur Ausbildung von „Demenzpartnern“ anerkannt.

Melle. Heiko Grube als sozialpolitische Sprecher der Fraktion und ausgebildeter Sozialarbeiter hatte dazu die Initiative ergriffen. Er wird auch die Kurse durchführen.

 

 „Viele von uns kommen in Situationen, wo wir nicht wissen, wie wir uns gegenüber Demenzkranken richtig verhalten“, erklärte er. Das betreffe nicht nur Angehörige, sondern beispielsweise auch Verkäuferinnen im Supermarkt oder jeden anderen Berufsstand, der mit Kunden zu tun hat. „Unser Ziel ist es, rund 100 solcher Demenzpartner für Melle auszubilden“, berichtete Grube. Der entsprechende Kurs für Interessierte dauere auch nur 90 Minuten.

„Demenz darf kein Ausschlusskriterium sein, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, betonte Grube. Es gehe darum, für die Betroffenen eine niedrigschwellige bürgerliche Hilfe anzubieten. Mithilfe der Demenzpartner könne es zudem gelingen, eine Sensibilisierung im Stadtgebiet für das Thema zu schaffen.

Die kürzlich stattgefundene Sozialkonferenz (wir berichteten) habe gezeigt, dass solche Hilfe bislang nicht gebündelt wird. „Daher möchten wir das Problem schnell aufgreifen und eine Anlaufstelle, zum Beispiel ein „Café Zeitlos“, einrichten.

Um das zu erreichen, wird die CDU/FDP-Gruppe einen Antrag auf inhaltliche und finanzielle Förderung des Projektes in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 21. November einbringen. Gefordert wird darin auch die Einbindung des städtischen Familienbüros als Koordinator der vorhandenen Netzwerke. Die Anlaufstelle soll, nach den Vorstellungen von Grube und des früheren FDP-Ratsherren Arend Holzgräfe von einer Initiative oder einem Verein getragen werden. „Frei von eigenen Interessen, überkonfessionell und parteipolitisch neutral“, betonte Holzgräfe. Er selbst sei gerne bereit, sich als „Verkäufer der guten Tat“ einzubringen.

„Stein ins Wasser werfen

Grube hob hervor, dass die Kursleitung zur Ausbildung von Demenzpartnern durch seine Fraktion als ein Impuls zu sehen sei. „Wir wollen einen Stein ins Wasser werfen.“ Es sei erstrebenswert, wenn später die noch zu gründende Initiative auch die Kursleitung übernehme.

Wer sich als Demenzpartner ausbilden lassen möchte, melde sich bitte bei Heiko Grube, Tel.: 01 72/9 40 86 30 oder h.grube@t-online.de


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