Ein wichtiges Thema im Jahr 2010 wird die Schulstruktur in unserer Stadt sein. Wir sprechen immer wieder, sehr theoretisch, vom demographischen Wandel. Hier sehen wir uns, ganz praktisch, mit einer daraus resultierenden neuen Aufgabenstellung konfrontiert.
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Zur Verdeutlichung: In Melle werden im kommenden Sommer 498 Schülerinnen und Schüler auf eine weiterführende Schule wechseln. Im Sommer 2019/20 wird nach heutigem Kenntnisstand die Schülerzahl am Ende der Klasse 4 stadtweit auf 378 Kinder zurück gegangen sein. Das heißt: Die Schülerzahlen gehen innerhalb weniger Jahre um ein Viertel zurück. Darüber hinaus haben Eltern veränderten Erwartungen an Bildungseinrichtungen.
Sie wünschen sich eine individuelle Förderung und den besten Abschluss für ihr Kind. Denn der Schulerfolg ist oftmals erste und wichtigste Voraussetzung für Erfolg im Beruf. Die Wissensgesellschaft fordert gut ausgebildete junge Menschen. Vor diesem Hintergrund sind wir in Melle gefordert, ein tragfähiges und zukunftsorientiertes Konzept für unsere Stadt zu entwickeln.
Das ist von größter Bedeutung für unsere Kinder und deren Eltern. Aber auch für unsere gesamte Stadt. Denn Schulen die eine gute Bildung, Ausbildung und Erziehung junger
Menschen leisten, sind für eine Region ein direkter Standortvorteil. Ob Eltern ihre Kinder diesen Schulen anvertrauen, wird wesentlich darüber entscheiden, ob sie und ihre Kinder in unserer Stadt bleiben und sie mit weiterentwickeln werden.
In Melle stehen wir beim Thema Schule vor einer besonderen Herausforderung. Die Stadt besteht aus acht, recht eigenständigen Stadtteilen. Und in allen Stadtteilen gibt es Schulen, in den meisten auch weiterführende Schulen. Und damit verbunden auch Wünsche und Hoffnungen auf Sicherung der einzelnen Schulstandorte. Bei all unseren Überlegungen wird das Wohl der Kinder und Jugendlichen erste Priorität haben.
Und dabei sollte der vorhandene, gut ausgestattete Schulraum selbstverständlich mit berücksichtigt werden.
Was werden wir, was wird die CDU Melle folglich tun? Wir werden über neue Wege der Zusammenarbeit von Schulen nachdenken, im Sinne der Eltern und Kinder und im Sinne der Stadt. Dabei werden wir auch Kooperationen betrachten, die ganz unterschiedliche Bereiche umfassen können, auch verschiedene Schulformen. In diesen Prozess müssen natürlich auch die Eltern eingebunden werden.
Ich bin der Meinung, dass es ein berechtigtes Anliegen der Eltern ist, dort mitzureden, wo es um bestmögliches Schulangebot für ihre Kinder geht. Eine Elternbefragung zu diesem Thema befürworte ich, befürwortet die CDU Melle deshalb ausdrücklich. Nur wenn wir die Wünsche der Eltern kennen, können wir eine verantwortungsvolle Schulpolitik für ganz Melle gestalten.
Deshalb müssen wir die Eltern auch umfassend über die vielen Facetten des Themas Schule in Melle informieren. Das ist Grundvoraussetzung für eine Elternbefragung, denn die Eltern haben einen Anspruch darauf, genau zu wissen, welche Chancen unterschiedliche Schulmodelle beinhalten und welche Auswirkungen auf die einzelnen Schulstandorte zu erwarten sind.
Dazu gehören viele Details: Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für die einzelnen weiterführenden Schulen den einzelnen Stadtteilen? Kann eine Gesamtschule eine Ergänzung des dreigliedrigen Schulsystems in Melle sein? Oder würde sie die eigenständigen Haupt – und Realschulen ersetzen, weil für beide nebeneinander einfach die Schüler fehlen?
Außerdem müssen Eltern darüber informiert sein, welche Entscheidungen in Melle getroffen werden und welche auf der Kreis- und Landesebene. Insgesamt muss mehr Transparenz her.
Nur über „Gesamtschule ja oder nein“ abzustimmen oder über „dreigliedriges Schulsystem ja oder nein“, ist zu kurz gesprungen. Damit werden wir unseren Kindern nicht gerecht, dafür ist das Thema zu komplex.
Fazit: Wir haben, im Rahmen unserer Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten die für sie bestmögliche Förderung und Unterstützung erfahren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir über neue Formen der Kooperation und Koordination zwischen den Schulen nachdenken.
Es ist der richtige Zeitpunkt, diesen Prozess intensiv mit Fachleuten und Elternvertretern anzugehen.
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http://www.cdu-melle.de erstellt am 04.01.2010
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