Politischer Austausch zur Zukunft der Gesundheitsversorgung im Christlichen Klinikum
Lechner besucht Christliches Klinikum Melle: Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum im Mittelpunkt
Thomas Uhlen, Thomas Spieker, Anja Lange-Huber, Christina Tiemann, Jörg Oberwestberg, Sebastian LechnerDer niedersächsische CDU-Landesvorsitzende und Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Sebastian Lechner, hat am heutigen Mittwoch das Christliche Klinikum Melle besucht. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die aktuellen Herausforderungen des Gesundheitswesens, die Zukunft der Krankenhausversorgung und insbesondere die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.
Zum politischen Austausch mit der Verwaltungsspitze sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Niels-Stensen-Verbundes am Standort Melle waren auch Thomas Uhlen, MdL, der CDU-Landratskandidat Thomas Spieker und der CDU-Bürgermeisterkandidat für Melle, Jörg Oberwestberg, anwesend. Im Anschluss an den Austausch fand eine gut besuchte öffentliche Veranstaltung statt, bei der zahlreiche Fragen und Anliegen aus dem Publikum zur zukünftigen Gesundheits- und Sozialpolitik diskutiert wurden.
Ein Schwerpunkt der Gespräche war das Beitragsstabilisierungsgesetz und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Finanzierung des Gesundheitswesens. Darüber hinaus ging es um notwendige Reformen im sozialpolitischen System. Dabei wurde deutlich, dass steigende Kosten, der Fachkräftemangel und die veränderten Versorgungsstrukturen die Krankenhäuser und das gesamte Gesundheitswesen vor erhebliche Herausforderungen stellen.
Breiten Raum nahm die Frage ein, wie eine verlässliche medizinische Versorgung in ländlichen Regionen auch künftig gewährleistet werden kann. Gerade für Standorte wie das Christliche Klinikum Melle kommt es darauf an, medizinische Leistungen bedarfsgerecht zu organisieren und gleichzeitig eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.
Das Christliche Klinikum Melle ist Teil der Niels-Stensen-Kliniken und wurde im Rahmen der Medizinstrategie des Verbundes zuletzt insbesondere in den Bereichen Geriatrie, Palliativmedizin, Allgemeinchirurgie, Innere Medizin und HNO ausgebaut. Der geriatrische Schwerpunkt des Verbundes liegt in Melle; die geriatrischen Kapazitäten wurden auf 70 Betten erweitert.
Ein weiterer zentraler Punkt des Besuchs war die anstehende Zuordnung der Leistungsgruppen im Zuge der niedersächsischen Krankenhausreform. Sebastian Lechner richtete dabei die Bitte an die Leitung und Verwaltung des Klinikstandortes, die Voraussetzungen und Möglichkeiten für die Zuordnung der für Melle relevanten Leistungsgruppen frühzeitig zu prüfen und die notwendigen Schritte vorzubereiten.
Nach der derzeitigen Planung des Landes Niedersachsen soll die Einführung der Leistungsgruppen in Niedersachsen zum 30. September 2027 erfolgen. Mit der Reform werden Krankenhäusern nicht mehr allein anhand ihrer Fachabteilungen, sondern anhand definierter Leistungsgruppen Versorgungsaufgaben zugeordnet. Für die einzelnen Leistungsgruppen gelten dabei bestimmte Qualitäts- und Strukturvoraussetzungen.
Lechner verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass andere Bundesländer bereits früher mit der konkreten Zuordnung begonnen beziehungsweise diese für 2026 vorgesehen haben. Für die Verantwortlichen vor Ort bedeute dies, die verbleibende Zeit zu nutzen, um die medizinischen Schwerpunkte des Standortes Melle deutlich herauszuarbeiten und die Interessen der Region in den weiteren Planungsprozess einzubringen.
Die Bedeutung dieser Frage ergibt sich auch aus der Entwicklung des Niels-Stensen-Verbundes: Mit der Medizinstrategie 2028 wurde der Standort Melle insgesamt gestärkt. Neben dem Ausbau der Geriatrie und Palliativmedizin wurden unter anderem chirurgische Leistungen aus Ostercappeln integriert sowie die Bereiche Innere Medizin und HNO erweitert.
In der anschließenden öffentlichen Diskussion wurde deutlich, dass die Zukunft der Gesundheitsversorgung nicht allein eine Frage der Krankenhausfinanzierung ist. Ebenso entscheidend sind die Verfügbarkeit von Fachkräften, die Organisation ambulanter und stationärer Angebote sowie die Frage, welche medizinischen Leistungen künftig an welchen Standorten erbracht werden können.
Der Besuch von Sebastian Lechner bot damit Gelegenheit, die konkreten Herausforderungen des Standortes Melle unmittelbar mit Verantwortlichen und Beschäftigten zu erörtern. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die weitere Entwicklung der Krankenhauslandschaft in Niedersachsen eng mit der Frage verbunden ist, wie eine qualitativ hochwertige und zugleich erreichbare Gesundheitsversorgung auch außerhalb der großen Zentren dauerhaft sichergestellt werden kann.